KURIER

"Noch nicht erlebt": Iran-Konflikt treibt Nachfrage nach E-Autos

Das Interesse am Kauf von Elektroautos ist in Österreich bisher langsam, aber doch stetig gestiegen. Die neuesten Entwicklungen infolge des Iran-Krieges sorgen nun aber für einen Schub , so die Plattform AutoScout24 auf Basis einer Umfrage. Demnach sei die Nachfrage nach E-Autos um rund 40 Prozent im Plus , während das Interesse an Verbrennern sinke . Laut Verein Mein Auto wiederum gibt es auch immer mehr E-Autos unter 20.000 Euro zu haben - doch es gibt auch Kehrseiten. "Einen derart starken Anstieg in der Nachfrage nach E-Autos haben wir bislang noch nicht erlebt", so Nikolaus Menches vom AutoScout -Österreich-Ableger in einer Aussendung. Die aktuellen geopolitischen Entwicklungen im Nahen Osten sowie die stark gestiegenen Kraftstoffpreise wirken wie ein Katalysator für die Elektromobilität. Viele Konsument:innen hinterfragen zunehmend die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und orientieren sich verstärkt in Richtung alternativer Antriebe." Elektroauto bei Surfverhalten und Umfrage im Plus AutoScout24 hat die Entwicklung der Nachfrage im Jahr 2026 vor und nach dem Ausbruch des Konflikts im Nahen Osten mit den Daten des Vergleichszeitraums 2025 analysiert, um saisonale Effekte auszuschließen. Das Ergebnis sei nach Bereinigung aller Daten eindeutig: Seit Beginn des Iran-Konflikts ist die Nachfrage nach Elektroautos auf der Plattform um 40,7 Prozent gestiegen und könne damit diesem Ereignis zugeordnet werden. Im gleichen Zeitraum sei die Nachfrage nach Benzinfahrzeugen um 6,9 Prozent zurückgegangen, während bei Dieselfahrzeugen sogar ein Rückgang von 17,8 Prozent verzeichnet wurde. Dieser Trend werde durch eine aktuelle Umfrage des Marktforschungsinstituts Innofact im Auftrag von AutoScout24 unter 525 Österreicherinnen und Österreichern bestätigt. 40 Prozent der Befragten würden sich aufgrund der gestiegenen Spritpreise eher für ein Elektroauto als für ein Fahrzeug mit Verbrennungsmotor entscheiden. Für weitere 12 Prozent stellt die aktuelle Entwicklung sogar einen klaren Anstoß dar, sich intensiver mit dem Kauf eines E-Autos auseinanderzusetzen. Externe Faktoren wie die steigenden Spritpreise würden das Mobilitätsverhalten "eindeutig beeinflussen", schließt Menches aus den Ergebnissen. Leistbarere Preise, Kehrseite Lade-"Tarifdschungel" Der Verein Mein Auto wiederum macht via Aussendung zwar auf ein größer werdendes Angebot leistbarerer E-Autos aufmerksam, gleichzeitig aber auch darauf, dass E-Mobilität von gewerblichen Zulassungen getrieben ist. Zudem gebe es Probleme bei der Ladeinfrastruktur - und zwar nicht in Sachen Verfügbarkeit, das öffentliche Netz sei gut ausgebaut, sondern wegen eines "Tarifdschungels". Im Winter schmelze bedauerlicherweise zudem ein erheblicher Teil der offiziell angegebenen Reichweiten zusammen, die insgesamt zuletzt gestiegen sind, wird auf unabhängige Tests verwiesen. Langsameres Fahren spart ordentlich Sprit Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) erinnerte unterdessen am Freitag, dass sich durch langsameres Fahren ordentlich Sprit sparen lässt. Sein Fahrzeug mit 100 statt 130 km/h zu bewegen, senkt den Spritverbrauch um 23 Prozent. Drückt man sein Gaspedal nur bis 110 statt bis 130 Stundenkilometer runter, spare man immer noch 16 Prozent Treibstoff. Beide Angaben haben die Annahme von einem Verbrauch von sieben Liter auf hundert Kilometer zur Grundlage. Ein um ein Fünftel (20 Prozent) abgesenkter Verbrauch wiederum wirke sich auf die Kosten so aus, als ob der Treibstoff je Liter 1,60 und nicht 2,00 Euro kosten würde.

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