Nur 65 Prozent: Herber Dämpfer für eine SPÖ-Hoffnung
KURIER

Nur 65 Prozent: Herber Dämpfer für eine SPÖ-Hoffnung

NÖ von innenIm Vorjahr hatte Christian Fischer , der Bürgermeister von St. Veit an der Gölsen, österreichweit für Aufsehen gesorgt. Sein Name war im Parlament plötzlich aufgetaucht, als es im Juni um den Vorsitz in der Bundesratsfraktion der SPÖ ging. Der zu dieser Zeit in der roten Wiener Parteizentrale in der Löwelstraße eher unbekannte Funktionär aus dem Bezirk Lilienfeld stellte sich überraschend einer Kampfabstimmung mit dem roten Urgestein Christoph Matznetter , den die Wiener Partei für diese Funktion vorgesehen hatte. Die Überraschung gelang, Fischer konnte sich mit 10 zu 7 Stimmen durchsetzen und regiert seither die SPÖ-Fraktion im Bundesrat. Christoph Matznetter dürfte seinen Ärger und seine Enttäuschung auch überwunden haben, weil er diese Woche in seinen geliebten Nationalrat als Abgeordneter zurückkehren konnte. Der Grund: Die Wiener SPÖ-Abgeordnete Elke Hanel-Torsch wechselte in die Stadtregierung und machte so für Christoph Matznetter den Platz frei. Schwierige Konferenz Seit der Kampfabstimmung im Bundesrat ist auch Christian Fischer in der niederösterreichischen Landespartei in vieler Munde. Für manche gilt er als einer der kommenden Männer. Mitglied im Landesparteivorstand ist er bereits. Seit Oktober 2021 steht er ja auch an der Spitze der Bezirksorganisation Lilienfeld. Seine innerparteilichen Ambitionen haben diese Woche aber einen Dämpfer erhalten. Unter den Augen von Landesparteivorsitzendem Sven Hergovich musste sich der Bürgermeister bei der Bezirkskonferenz der Wiederwahl stellen. Er war der einzige Kandidat, obwohl im Vorfeld noch über eine Gegenkandidatur spekuliert worden war. Das Ergebnis der Abstimmung: Nur 65 Prozent stimmten für ihn, der Rest reagierte mit Streichungen. Mit anderen Worten: Ihm wurde jene Streichorgie zuteil, die vor wenigen Wochen beim Bundesparteitag der SPÖ in Wien im Hinblick auf Parteichef Andreas Babler vermutet worden war. Babler blieb über 80 Prozent, Christian Fischer schaffte nicht einmal den 70er. Das Ergebnis verbreitete sich noch in der Nacht wie ein Lauffeuer in der Partei. Trotz seines Erfolgs im Bundesrat dürfte Christian Fischer in der Landesorganisation nicht nur Freunde haben. Noch weniger in seiner Bezirkspartei. Wie man hört, soll der St. Veiter mit anderen starken SPÖ-Bürgermeistern im Clinch liegen.MAG

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