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Kleine Gemeinden mit großen Fragen | Collector
Kleine Gemeinden mit großen Fragen

Kleine Gemeinden mit großen Fragen

In der Krise wird man erfinderisch. Dann wird geteilt und gemeinsam organisiert, was man davor lieber allein erledigt hat. Das gilt für Einzelpersonen wie für Gruppen oder auch Gemeinden. Im Mittel- und vor allem im kleinteiligen Südburgenland kennt man die Problematik besser als in einigen großen nordburgenländischen Gemeinden, wo sich andere Herausforderungen präsentieren. Besser wäre es, früher zu planen, anstatt unter Druck sachliche Debatten zu emotionalen Auseinandersetzungen werden zu lassen. Die demografische Entwicklung kündigt sich seit Jahren an: kleinere Jahrgänge, weniger junge Familien, mehr ältere Menschen – und immer knapper werdende Gemeindebudgets. Wer sich dem früh stellt, wird mittel- und langfristig besser aufgestellt sein. Schmaler Grat Politisch mag dieser Weg mühsam sein. Gerade im Südburgenland, wo die eigene Identität für viele sehr eng mit dem eigenen Ort verbunden ist, braucht es dafür Fingerspitzengefühl und viel Verständnis. Zwischen notwendiger Veränderung und berechtigter Sorge um das eigene Dorf liegt ein schmaler Grat, auf dem Politik sehr vorsichtig gehen muss. Denn die eigentliche Frage lautet nicht, ob jede Gemeinde alles allein machen kann. Die Frage lautet vielmehr, wie kleine Gemeinden stark bleiben können, auch wenn einzelne Einrichtungen wie die Volksschule im Ort durch überregionale Angebote ersetzt werden. Darum braucht es Gespräche. Am 18. Juni lädt der KURIER um 18 Uhr zum KURIER-LIVE-Talk in den Stadl Bildein (kurier.at/kurierveranstaltungen). Dort geht es rund um das Projekt Pinkaboden um Schulen im ländlichen Raum, Demografie und die Zukunft kleiner Gemeinden – und um die größere Frage: Wohin entwickeln sich unsere Orte, wie können Interessenskonflikte ausgetragen werden, wie viel Zusammenarbeit braucht es, wie kann die Eigenständigkeit von kleinen Einheiten erhalten werden?

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