KURIER
Die FIFA hat sich nach dem Burgenland gerichtet und die WM an eine Region vergeben, in der dann Fußball gespielt wird, wenn auf den drei Bühnen des Nova Rock nicht viel los ist: Beim WM-Auftaktspiel am Donnerstag um 21 Uhr versäumt man in Nickelsdorf nicht allzu viel, und zu Volbeat ist man gegen Mitternacht wieder bei der Blue Stage. Jene WM-Spiele, die danach bis Sonntag jeweils um Mitternacht, drei, vier, sechs, sieben Uhr angepfiffen werden, überschneiden sich nicht mit Nova-Rock-Acts. Und bis zum Pflichttermin, dem Frühschoppen mit Nickelsdorfer Böhmische (früher Wendi’s Böhmische Blasmusik) am Samstag um zwölf, kann man nach dem Drei-Uhr-Match USA – Paraguay sogar ausschlafen. Es gibt Traditionen, die sind gar nicht alt, aber aus dem Burgenland nicht wegzudenken. Seit 2005 gibt es das Nova Rock, gefühlt seit immer. In starken Jahren verzeichnet das Festival mehr als 220.000 Besucher (zum Vergleich: am vergangenen Wochenende fanden in Deutschland die zwei großen Festivals Rock am Ring mit 90.000 und Rock im Park mit 80.000 Zuschauern statt). Bierdusche und harte Erde Gestern war in Nickelsdorf Anreisetag für Early Caravans, heute Mittag öffnet der Campingbereich und morgen, Donnerstag, um 13.15, ist Ankick – pardon, Auftakt – auf der Red Stage. Die Pannonia Fields mutieren wieder zum Gruppenübungsplatz für friedliches Miteinander unter erschwerten Bedingungen. Gewitter sind wahrscheinlich. Es wird aber heuer kein Schlammbad, sondern Boden unter den Füßen geben. Menschen, die im normalen Leben gern warm duschen und weich schlafen, werden mit Bier duschen und auf der Nickelsdorfer Erde ihr Nachtlager aufschlagen. Sie werden garantiert kein Schmalz auf die Ohren bekommen, sondern Metal vom Feinsten, und Schmalz, wenn überhaupt, nur in Schmalzbroten antreffen. Und sie werden glücklich sein – zumindest bis zum Mittwoch danach. Dann spielt Österreich bei der WM. Die Daumen sind gedrückt.
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