KURIER
Mit einem Open-Air-Konzert am Bildungscampus hat die Stadtkapelle Oberwart den Auftakt zu ihrem 75-jährigen Bestandsjubiläum gefeiert. Zahlreiche Besucher kamen am vergangenen Wochenende, um der Kapelle und der Formation „The Weys’ Guys“ zuzuhören. Das Programm reichte von Pop-Klassikern wie „Let me entertain you“ bis zu groovigen Rhythmen. Der Bildungscampus wurde für einen Abend zur Konzertbühne unter freiem Himmel. Für die Stadtkapelle ist das Jubiläum mehr als ein runder Geburtstag. Der Verein ist seit Jahrzehnten ein Fixpunkt im kulturellen Leben der Stadt. Ob bei Festakten, kirchlichen Feiern, Konzerten oder anderen Anlässen: Die Kapelle begleitet Oberwart seit Generationen musikalisch. Sie ist nicht nur ein Musikverein, sondern auch ein Stück Stadtgeschichte. Wie alles begann Diese Geschichte reicht weiter zurück als die offizielle Gründung. Erste Zeugnisse einer Blasmusik in Oberwart gibt es bereits aus dem Jahr 1883. Damals wurde unter Feuerwehrkommandant Friedrich Koczor gemeinsam mit der Feuerwehr auch eine Feuerwehrmusik gegründet. In den folgenden Jahrzehnten gab es immer wieder musikalische Formationen, darunter Tanzkapellen und Bläsergruppen. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der eigentliche Neuaufbau. Nach dem Weltkrieg Ein erstes hörbares Lebenszeichen gab es 1948, als vier Musiker zu Weihnachten wieder zum Turmblasen antraten. In den folgenden Jahren entstand daraus Schritt für Schritt eine neue Bläsergruppe. Eine zentrale Rolle spielte dabei Johann Kappel. Der aus Rechnitz stammende Militärmusiker hatte seine Ausbildung unter anderem bei der Militärmusik erhalten und brachte damit das fachliche Rüstzeug mit, um junge Musiker anzuleiten. Nach seiner Übersiedlung nach Oberwart scharte Kappel mehrere Bläser um sich. 1951 wurde schließlich die Stadtkapelle Oberwart mit elf Musikern gegründet. Ihr erster offizieller Auftritt war erneut das Turmblasen zu Weihnachten – ein symbolischer Neubeginn für die Blasmusik in der Stadt. Kappel wurde Gründungskapellmeister und prägte die Kapelle in ihren Anfangsjahren entscheidend. 1954 trat die Stadtkapelle erstmals in kompletter Uniform auf, 1963 wurde sie als ordentlicher Verein angemeldet. Damit war aus der zunächst kleinen Bläsergruppe ein fester Bestandteil des Oberwarter Kulturlebens geworden. Seither hat sich die Stadtkapelle stetig weiterentwickelt. Konzertreisen führten die Musiker etwa nach Italien, Deutschland, Liechtenstein, Frankreich, Kanada und in die USA. 1980 wurde das erste Martinikonzert gespielt, das später zu einem fixen Bestandteil des Oberwarter Kulturkalenders wurde. 1987 bekam der Verein ein eigenes Probelokal, später folgten Blasmusiktreffen, neue Trachten und moderne Konzertformate. Beim Jubiläums-Open-Air wurde auch die neue Vereinschronik präsentiert. Sie dokumentiert 75 Jahre Stadtkapelle und ist beim Verein sowie bei den Mitgliedern erhältlich. So geht es weiter Der nächste Höhepunkt des Festjahres folgt am 11. Juli: Dann lädt die Stadtkapelle zum Bezirksmusikertreffen auf das Messegelände Oberwart. Ab 16 Uhr werden Gastkapellen aus dem In- und Ausland erwartet, um 17 Uhr beginnt der Festakt. Danach folgen Gästekonzerte, ab 20 Uhr sorgt die Musikgruppe „EBB“ für den Ausklang.
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