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Diese Obstsorten schützen Herz und Gefäße am besten | Collector
Diese Obstsorten schützen Herz und Gefäße am besten

Diese Obstsorten schützen Herz und Gefäße am besten

Fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag: Das ist einer dieser Gesundheitsweisheiten, die man seit Jahren kennt. Sie ist richtig, aber nicht vollständig. Denn wer täglich Obst und Gemüse isst, macht vieles gut – nimmt Ballaststoffe , Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe auf. Nur heißt das nicht automatisch, dass alle Stoffe, die für Herz und Gefäße interessant sind, auch in ausreichender Menge dabei sind. Genau darauf weist eine neue Studie im Fachjournal Food & Function hin. Die Forschenden untersuchten, ob Menschen, die sich an bestehende Ernährungsempfehlungen halten, automatisch jene Menge an Flavanolen aufnehmen, die in früheren Studien mit günstigen Effekten auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit verbunden war. Flavanole sind natürliche Pflanzenstoffe aus der großen Gruppe der Polyphenole. Sie kommen unter anderem in Äpfeln, Birnen, Beeren , Hülsenfrüchten, Tee und Kakao vor. Sie werden seit Jahren erforscht, weil sie möglicherweise Gefäßfunktion, Blutdruck und andere Faktoren beeinflussen, die für Herz und Kreislauf relevant sind. Als Orientierung nahmen die Autorinnen und Autoren eine Menge von 500 Milligramm Flavanolen pro Tag. Diese Dosis war in der großen COSMOS-Studie mit positiven Herz-Kreislauf-Effekten verbunden. In der neuen Analyse wollten die Forschenden wissen: Reicht eine allgemein gesunde Ernährung, um diese Menge zu erreichen? Die Antwort: meistens nicht. Ausgewertet wurden Daten aus zwei großen Studien: COSMOS aus den USA mit 6509 Teilnehmenden sowie EPIC-Norfolk aus Großbritannien mit 24.154 Teilnehmenden. Ein wichtiger Punkt: Die Flavanol-Aufnahme wurde nicht nur über Ernährungsfragebögen geschätzt. Zusätzlich wurden Biomarker im Urin gemessen. Das ist relevant, weil Menschen ihre Ernährung oft ungenau erinnern oder anders einschätzen, als sie tatsächlich ist. Das Ergebnis war deutlich: In der gesamten COSMOS-Gruppe erreichten nur 19,2 Prozent eine geschätzte Flavanol-Aufnahme von mindestens 500 Milligramm pro Tag. In EPIC-Norfolk waren es 17,9 Prozent. Auch unter jenen, die viel Obst und Gemüse aßen oder insgesamt eine hohe Ernährungsqualität hatten, blieb der Anteil niedrig. In COSMOS kamen weniger als ein Viertel jener Personen, die Ernährungsempfehlungen erfüllten, auf diese Menge. Die Art der Pflanzenkost ist wichtig Heißt das nun, dass Obst und Gemüse überschätzt sind? Nein. Es heißt etwas anderes: Die alte Regel „mehr Obst und Gemüse“ ist sinnvoll, aber zu grob. Für die Herzgesundheit zählt nicht nur, wie viel Pflanzenkost man isst, sondern auch welche. Denn Flavanole sind in Lebensmitteln sehr ungleich verteilt. Eine Banane , eine Gurke oder eine Tomate sind nicht ungesund. Sie liefern aber nicht dieselben Pflanzenstoffe wie Beeren, Äpfel, Birnen , Tee oder Kakao. Auch innerhalb einer Obstart kann der Gehalt stark schwanken. Die Studie verweist etwa darauf, dass der Gehalt an bestimmten Flavanolen selbst bei Äpfeln je nach Sorte, Anbau, Reifegrad und Lagerung deutlich variieren kann. Die Forschenden simulierten zusätzlich, wie wahrscheinlich es ist, mit typischen Obst- und Gemüsesorten auf 500 Milligramm Flavanole pro Tag zu kommen. Auch dabei zeigte sich: Wer fünf Portionen aus häufig verzehrten Lebensmitteln wie Bananen, Äpfeln, Tomaten, Trauben , Orangen oder Karotten zusammenstellt, erreicht diese Menge eher selten. Wird gezielt zu flavanolreicheren Sorten gegriffen, steigt die Chance – aber auch dann ist die Marke mit fünf Portionen nicht automatisch sicher erreicht. Für den Alltag ist daraus keine komplizierte Rechenaufgabe abzuleiten. Niemand muss künftig Flavanole zählen, aber die Studie liefert einen guten Anlass, herzgesunde Ernährung nicht nur als Mengenfrage zu sehen. Es geht nicht nur darum, irgendein Obst oder Gemüse zu essen. Es geht um die Vielfalt – und um Lebensmittel, die für Herz und Gefäße besonders interessant sind. Beeren, Nüsse, Tee Dazu gehören Beeren . Vor allem rote und dunkle Sorten wie Heidelbeeren, Brombeeren, Himbeeren, Erdbeeren, Preiselbeeren oder Cranberries liefern verschiedene Polyphenole. Dabei geht es nicht nur um Flavanole, sondern auch um Anthocyane, also Pflanzenfarbstoffe, die Beeren rot, blau oder violett färben. Sie werden ebenfalls im Zusammenhang mit Gefäßgesundheit und Entzündungsprozessen untersucht. Auch Äpfel und Birnen sind interessant, besonders mit Schale. Sie liefern Flavanole und Ballaststoffe. Ballaststoffe sind für die Herzgesundheit gut belegt, weil sie unter anderem helfen können, Blutfette günstig zu beeinflussen und länger zu sättigen. Hülsenfrüchte verdienen ebenfalls mehr Aufmerksamkeit. Bohnen, Linsen und Erbsen liefern pflanzliches Eiweiß, Ballaststoffe und Mineralstoffe. Einige Bohnenarten werden im Paper zudem als Flavanolquellen genannt. Für das Herz sind Hülsenfrüchte vor allem deshalb wertvoll, weil sie in einer pflanzenbetonten Ernährung tierische, fettreichere Produkte teilweise ersetzen können. Nüsse gehören ebenfalls auf die Liste – nicht primär wegen Flavanolen, sondern wegen ungesättigter Fettsäuren, Ballaststoffen und Mineralstoffen. Eine kleine Handvoll ungesalzene Nüsse ist für die Herzgesundheit sinnvoller als viele klassische Snacks. Tee kann ebenfalls zur Flavanolaufnahme beitragen. In der britischen EPIC-Norfolk-Gruppe wurde deutlich mehr Tee getrunken als in der US-amerikanischen COSMOS-Gruppe. Trotzdem erreichten auch dort nur relativ wenige Menschen die untersuchte Menge von 500 Milligramm täglich. Wichtig ist außerdem, wie Tee getrunken wird: ungesüßt ist er ein anderes Getränk als Tee mit Zucker, Sirup oder viel Milch. Und dann ist da noch Kakao . Kakao ist eine Flavanolquelle, aber das ist kein Freibrief für Schokolade als Medikament. Entscheidend sind ein hoher Kakaoantei l, wenig Zucker und kleine Mengen. Eine stark gezuckerte Milchschokolade bleibt eine Süßigkeit – auch wenn irgendwo Kakao drinsteckt. Wichtig: Mehrere Autorinnen und Autoren stehen in Verbindung mit Mars, einem Unternehmen, das seit Jahren zu Kakao-Flavanolen forscht. Auch die COSMOS-Studie wurde durch Unterstützung aus diesem Umfeld mitgetragen. Zudem beweist die neue Analyse nicht, dass jeder Mensch täglich exakt 500 Milligramm Flavanole braucht oder Nahrungsergänzungsmittel nehmen sollte. Sie zeigt vielmehr eine Lücke: Allgemeine Ernährungsempfehlungen sorgen nicht automatisch dafür, dass bestimmte bioaktive Pflanzenstoffe in jenen Mengen aufgenommen werden, die in Studien mit positiven Effekten verbunden waren.

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